Design / Marketing

Wie die sozialen Verhältnisse zwischen den Geschlechtern gestaltet sind, ist auch an den Dingen des Alltags abzulesen.

Produkte mit gleicher Funktion werden oft nach Geschlecht unterschiedlich gestaltet. Auf diese Weise werden sichtbare Grenzen zwischen den Geschlechtern gezogen. Diese Grenzen markieren gleichzeitig geschlechtliche Hierarchien und Heteronormativität.

Das Nassrasierer-Beispiel:  Nassrasierer sind mehr als Gebrauchsgegenstände. Sie zählen zu Trägern sozialer Botschaften. Als in den 1990er Jahren immer mehr Frauen anfingen, sich Beine und Achseln zu rasieren, kamen Nassrasierer auf den Markt, die sich durch sanft geschwungene Formen, Pastellfarben und phantasievolle Namen von den funktional-technisch anmutenden Prototypen klar unterschieden. Damit wurden die Rasierer mit auffälligen Gender Codes versehen. So konnten dem „männlichen“ Nassrasierers  eine „weibliche“ Variation beugefügt und die Verkaufszahlen beträchtlich erhöht werden. gender_design_2.81 Leitfragen final

Gender- und Diversitysensibles Design entsteht aus einer Mischung von Neugier, Wissen, Engagement, Beobachtungsgabe, Kritikfähigkeit und Mut zum Anderssein.