Finanzen

Hat die Finanzkrise einen Geschlechteraspekt?

„Gegenderte“ Aussagen finden jedenfalls ihren Platz in der Presse: „Männliche Mitarbeiter sind von der aktuellen Wirtschaftskrise stärker betroffen als weibliche“ (Spiegel), „Die Männer habe es verbockt – Islands Frauen verordnen ihrem Land eine weiblichen Weg aus der Krise“ (Guardian), „Der globalisierte Neoliberalismus erfindet seinen eigenen Feminismus und seine eigenen Feministinnen“ (taz) oder „Frauen trifft die Krise am härtesten“ (United Nations Conference on Trade and Development).

Die Programme zur Ankurbelung der Konjunktur lassen bisher keine Geschlechtersensibilität erkennen. Man konzentriert sich mehrheitlich auf Autozulieferer, Bauwirtschaft oder Metallgewerbe also Männerdomänen.

Und die Auslöser der Krise? Agieren Frauen – so sie vorkommen – im Finanzbereich vorsichtiger? Gibt es wirklich den testosteronabhängigen Kick wenn Männer ein hohes Finanzrisiko eingehen, den Forscher (nicht Forscherinnen) der Universität Cambridge festgestellt haben? Zumindest ist die Finanzwelt und auch die Welt der Aufsichtsräte noch weitgehend männerdominiert – dabei zeigt das Beispiel Norwegen, in dem 40% der Aufsichtsräte an börsennotierten Unternehmen Frauen sein müssen, dass diese Maßnahme auch der Wirtschaft (nicht nur der Gesellschaft) nützt.

Feministische_Anmerkungen_Finanzkrise_III