Lebensweise/Lebenserwartung

Die längere Lebenserwartung von Frauen hat viel zu tun mit der Lebensweise – damit im Zusammenhang steht auch die geringere Zahl von und die gute medizinische Versorgung bei Geburten. In Ländern, wo diese Versorgung nicht gegeben ist und die Frauen viele Kinder zur Welt bringen (müssen) z. B. südlich der Sahara, ist die Lebenserwartung beider Geschlechter ungefähr gleich niedrig.

Neueste Erkenntnisse stützen die Annahme, dass es sich bei der geringeren durchschnittlichen Lebenserwartung von Männern um ein gesellschaftlich, strukturell bedingtes Phänomen handelt und biologische Ursachen höchstens eine untergeordnete Rolle spielen. So leben Nonnen und Frauen der Allgemeinbevölkerung annähernd gleich lang, dicht gefolgt von den Mönchen.

Die Gruppe, die deutlich nach unten ausschert, sind die Männer der Allgemeinbevölkerung. In der Entwicklung der Sterblichkeitsreduktion bleiben die Männer der Allgemeinbevölkerung deutlich hinter dem Niveau der Frauen, Nonnen und Mönche zurück. Die Ursache für die Differenz muss im Verhalten und der Umwelt dieser Gruppe liegen.

Es zeigt sich, dass Männer in der Altersgruppe von 15-20 Jahren eine doppelt und von 20-25 sogar eine dreifach höhere Sterbeziffer aufweisen als Frauen. Im Mittleren Lebensalter (30-64) liegt die Mortalität bei den Männern ebenfalls höher, noch deutlicher ist in dieser Altersgruppe der Unterschied bei den Todesursachen durch Unfälle. Ein Blick auf die Todesursachen beleuchtet die Unterschiede genauer.

Die wichtigsten Ursachen für die Übersterblichkeit der Männer sind:

  • äußere Ursachen (also Unfälle)
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • bösartige Neubildungen (Krebs)
  • Krankheiten des Atmungssystems (z.B. chronische Krankheiten der unteren Atemwege)
  • Krankheiten des Verdauungssystems (z.B. alkoholische Leberkrankheit)

Genderkompetenz in der Lebensweise würde eine deutliche Verbesserung der Lebenserwartung der Männer mit sich bringen, im Sinne der Aneignung “weiblicher” Strategien im Umgang mit den eigenen Ressourcen.

Männergesundheitsbericht